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Es war wieder einer dieser Tage, an denen man sich die Beine in den Boden stand. Nicht, das ich nicht gut zu Fuß wäre, das musste man in meinem Job schon sein, aber wenn einem die Kälte die dünn bestrumpften Beine entlang kroch, um sich dann unter einem viel zu kurzen Rock breit zu machen, nützte es auch nichts, das man alle Stunde mal ein paar Minuten in der kleinen Bar an der Straßenecke saß, um sich mit warmen Kaffee und ein paar Zigaretten am Leben zu halten.

Aber an diesem Abend lief alles schief. Kein Mann weit und breit in Sicht, mit dem man sich ein paar warme und entspannte Minuten im Auto machen konnte. Und die Kolleginnen waren genauso verschlossen wie ich. Mühsam kämpfte ich gegen meine Müdigkeit und die Faulheit, die sich in meinem Körper breitmachen wollte.

Ab ins Bett, Lisa. Geh doch ins Bett! Die Signale waren eindeutig und doch konnte ich mich nicht losreißen. Doch musste ich ausharren hier auf der Straße, denn ich wollte Beute machen. Ich wollte mindestens eine jener schnellen Nummern an Land ziehen, die nicht nur meinem Geldbeutel gut taten, sondern auch meinem Kopf.

Sicher werden sie sich jetzt wundern, dass mich solche Situationen wirklich herausfordern. Aber es ist nun einmal so. Lisa wird scharf, wenn sie ihre Nächte auf der Straße verbringt. Eigentlich weiß ich gar nicht, wann es angefangen hat, dass ich den Job auf der Straße den Jobs in Bars vorgezogen habe.

Ach ja mein Job… Sicherlich haben sie schon erahnt, ich arbeite als Nutte. Ich bin eine dieser Nutten, die sich nächtelang auf den Straßen herumtreiben, auf der Suche nach dem schnellen Sex. Ein paar Blicke in das Gesicht eines anderen, eine kurzes Verhandeln über Geld und dann verschwindet man zusammen in einem kleinen Stundenhotel oder bleibt gleich im Auto.

Leider ist das Wetter für kleine Nummern hinter den Büschen des nahe gelegenen Stadtparks zu kalt im Augenblick, sonst wäre es dort auch sehr nett.

Ich mag diese Orte und die verrückten Situationen, die sich ergeben, wenn man beobachtet wird, die Männlichkeit des Freiers schnell meinen Körper verlässt und eine gewisse Leere in mir hinterlässt und man sich hilflos und ungeschickt die Kleidung zu richten versucht.

„Warum bist du denn unter die Nutten gegangen?“ Diese Frage kommt manchmal von den Männern, mit denen ich Telefonsex mache. Irgendwie können sie sich wohl nicht so richtig vorstellen, das eine Frau mit einer sanften, vielleicht sogar etwas melancholischen Stimme, die ihre Schulbildung noch nicht ganz abgelegt hat, sich auf der Straße herumtreibt, um für Geld schnellen Sex anzubieten.

„Gibt es dir denn was, wenn du das machst? Es kann doch eigentlich nicht gut sein…“ Mittlerweile muss ich lächeln über diese Fragen, die mir am Anfang meiner Karriere wirklich Kopfzerbrechen gemacht haben. Mittlerweile kann ich offen zugeben, ja es gibt mir manchmal schon was.

Das Treffen mit unbekannten Männern. Die kühle, geschäftsmäßige Abwicklung von etwas sehr intimen kann für mich durchaus warme Gefühle bedeuten. Und das war es wohl auch, warum ich unter die Nutten gegangen bin und warum ich auch so gerne auf der Straße arbeite.

Nur nicht an Abenden wie diesen, an denen nichts passierte.

Mutlos stöckelte ich auf meinen hohen Absätzen über das Stück Bürgersteig, das ich in der Regel für meine Arbeit nutze und schaute den wenigen Autos nach, die um diese Zeit hier noch entlangkamen. Natürlich kamen sie nur wegen uns hierher. Hier war einer der Treffpunkte in der Stadt, wo man Nutten kennen lernen konnte. Aber heute schien eine verhexte Nacht zu sein. Kaum ein Auto verirrte sich zu uns und gab einer von uns die Chance, ihre Talente zu zeigen.

Lisa, du solltest wirklich nach Hause gehen. Meine innere Stimme wurde wieder lauter und ich spürte, da hatte jemand wirklich recht. Also ab ins Warme. Hastig verließ ich meinen Stammplatz und ging zu meinem Wagen, der ein wenig entfernt geparkt war.

Gerade wollte ich einsteigen, da hörte ich die Bremsen eines Wagens hinter mir. Ich musste grinsen, der Fahrer hatte jetzt also mein Hinterteil direkt vor sich. Also konnte ich mir  denken, was er jetzt dachte, denn mein Hintern kann sich, wie ich finde, wirklich sehen lassen.

„Wollen sie schon gehen?“ Fast lautlos war die Seitenscheibe seines Wagens herunter geglitten und eine schüchterne, junge Stimme, die mir irgendwie bekannt vorkam, sprach mich an.

Ich witterte Beute! Lustvoll zog sich meine Möse zusammen und ich spürte, wie sich die Nippel meiner Warzen aufstellten. Ja, es machte mich an, in diesem Moment. Die Aussicht auf eine schnelle Nummer brachte mich höher.

Langsam drehte ich mich um und schaute durch das Seitenfenster in das dunkle Auto. Der Mann war jung, in seinen Zwanzigern vielleicht und wurde nur unzureichend von der Beleuchtung der Armaturen  angestrahlt. Er war schlank und wirkte sauber und angenehm.

„Ich habe Sie schon länger beobachtet…“ Woher kannte ich bloß diese Stimme? Ein Kunde war es sicherlich nicht. „Und jetzt…“ Er zögerte. „Ja?“, fragte ich leise.

„Und jetzt traute ich mich endlich…“ Wie süß! „Eigentlich mache ich so was nicht…“ Wieder diese Stille. Dann blickte ich ihn an und er schaltete das Licht an. Ich blickte in ein sympathisches Gesicht eines jungen Mannes, Typ ewiger Student. Aber er musste es zu was gebracht haben, nach dem Auto zu urteilen.

„Du bist Lisa, oder?“ Er schaute mich offen an und zeigte irgendwie seine Verlegenheit dabei. Woher kannte ich ihn nur? In meinem Kopf herrschte gähnende Leere. „Wir kennen uns vom Telefon…“ Seine Worte brachten mich endlich auf die richtige Fährte. Armin! Verdammt ja, es war seine Stimme. Natürlich hieß er sicherlich nicht Armin, aber er nannte sich so. Wir hatten ein paar Mal sehr netten Telefonsex gehabt. Sehr sanft war es zugegangen, denn Armin war kein Mann der groben Worte.

Er war in Liebesdingen eher schüchtern und sanft. Unsere Gespräche hatten immer etwas sehr intimes und man fühlte sich bei ihnen wohl. Wenn seine Worte sanft auf mein Ohr und meinen Körper einprasselten, war es wie kleine Schauer der Erregung, die einen streichelten. Ach, Armin!

Wie oft hatte er mich danach gefragt, wie es auf dem Straßenstrich sei. Er wollte wissen, wie man sich fühlte dort. Was fühlt eine Nutte denn so bei ihren Freiern? Diese Frage von ihm hatten wir lange diskutiert und er glaubte es mir erst sehr langsam, dass man als Frau durchaus Lust haben konnte, wenn man sich auf solche Dates einließ.

„Willst du einsteigen?“ Seine Stimme war fast ein wenig flehentlich. „Oder fährst du grad nach Hause?“ Wie konnte ich ihn jetzt enttäuschen. Wie konnte ich jetzt nach diesem Abend auf ein nettes kleines Abenteuer verzichten? Und außerdem, wenn Nutten nicht eine gewisse Professionalität an den Tag, werden sie nie Erfolg haben.

Entschlossen verriegelte ich mein Auto und ließ mich auf den Beifahrersitz nieder. Dann schaute ich ihn an und wie selbstverständlich glitt meine rechte Hand über seinen Oberschenkel und strich über seine beginnende Erektion.

„Hast du Lust auf eine Stunde in einem Hotel?“, hauchte ich ihm entgegen, während meine Hand ihr Werk zwischen seinen Beinen fortsetzte. „Ja“, sagte er leise, „ich will dich haben. Und eine Stunde ist dafür sicherlich die angemessene Zeit.“ Seine Stimme klang jetzt bestimmter und er nahm meinen Kopf in die Hand und drückte ihn zwischen seine Beine.

Mein Atem ging etwas schneller. Die Nacht entwickelte sich also doch noch!

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